Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Europa Cinema
Eintrittspreise:
-Erwachsene 8,-- €
-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Mittwoch 6,-- €
keine Kreditkartenzahlung möglich
Wir zeigen heute,
Dienstag, den 22.09.2020:


15:30 Bundesplatz-Kino:
Trafic (1971)

18:00 Bundesplatz-Kino:
Master Cheng in Pohjanjoki

20:30 Bundesplatz-Kino:
Über die Unendlichkeit

Durch Anklicken der Filmtitel erhalten Sie detaillierte Beschreibungen zu den Filmen


Impressum

Eva-Lichtspiele
Großartiges italienisches Geschichtspanorama

Il Traditore- Als Kronzeuge gegen die Cosa Nostr

... Cosa Nostra - a passte leider nicht mehr drauf... - Inszeniert von Altmeister MARCO BELLOCCHIO
 
Montag 14.9.: um 20.30 Uhr
Dienstag 15.9.: um 20.30 Uhr
Mittwoch 16.9.: um 20.30 Uhr

Letzte Vorstellungen!

Ein großer Film aus Italien! Aufwändig und brillant inszeniert und gespielt. Nicht einfach nur ein Mafia-Film, sondern ein zeitgeschichtliches Panorama!
Er steht in der Tradition grosser Kino-Epen wie «Der Pate» und ist fern jeder Mafia-Glorifizierung. Kraftvoll, virtuos, packend: IL TRADITORE ist ein Film, der unter die Haut geht.
Italienischer Filmpreis NASTRO D´ARGENTO 2019: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bester Nebendarsteller, Bester Schnitt, Beste Filmmusik.


Italien/ Frankreich/ Deutschland/ Brasilien 2019
Regie: Marco Bellocchio
Buch: Marco Bellocchio, Vallia Santella, Ludovica Rampoldi & Francesco Piccolo
Mit Pierfrancesco Favino, Fausto Russo Alesi, Maria Fernanda Cândido, Luigi Lo Cascio, Alessio Praticò, Gabriele Arena
145 Minuten

Anfang der 80er Jahre flieht Tommaso Buscetta (Pierfrancesco Favino) zusammen mit seiner Familie nach Rio de Janeiro. Er hat genug von den immer brutaler werdenden Auseinandersetzungen der Mafia-Familien Siziliens, die durch den lukrativen Drogenhandel enorme Reichtümer angehäuft haben und keine Skrupel mehr kennen. Doch die Freiheit währt nicht lang, er wird verhaftet, gefoltert und schließlich nach Italien ausgeliefert.
In Palermo sieht er sich dem neuen Staatsanwalt Giovanni Falcone (Fausto Russo Alesi) gegenüber, ein furchtloser Mann, der der Mafia den Kampf angesagt hat. Und das bislang Unvorstellbare passiert: Der Mafiose packt aus, liefert auf 487 Seiten Verhörprotokoll ein umfassendes Bild der sizilianischen Mafia, das zu hunderten Verhaftungen und schließlich den so genannten Maxi-Prozessen führt.
Doch der Widerstand innerhalb der Gesellschaft und vor allem der politischen Elite Italiens ist groß, 1992 wird Falcone brutal ermordet und auch Buscetta muss einen hohen Preis für seinen Mut bezahlen: Er selbst und seine Familie leben zwar relativ geschützt im Zeugenschutzprogramm in Amerika, doch zwei seiner Söhne und etliche andere Familienangehörige werden aus Rache ermordet. Für die Mafia, aber auch für viele Verwandte, ist Buscetta kein Held, sondern ein Verräter.

Im Laufe seiner langen Karriere hat sich MARCO BELLOCCHIO immer wieder mit der Mafia, ihren Strukturen, aber auch ihrem Einfluss auf Teile der italienischen Gesellschaft beschäftigt, die an sich gar nicht unmittelbar mit ihr zu tun haben. Allgegenwärtig wirkt gerade auf Sizilien die Mafia, dementsprechend schwer ist es, ihr etwas entgegenzusetzen, zumal sie Verbindungen bis in die politische Klasse, bis in die Hauptstadt Rom pflegt.
Diese Verbindung thematisierte er in dem brillanten „Buongiorno, notte – Die Affäre Aldo Moro“, der andeutete, welch dunkle Verbindung der vielfache Ministerpräsident Giulio Andreotti zur Mafia hatte. Andreotti taucht auch in „Der Verräter“ am Rande auf, doch auch wenn Bellocchio hier ein breites Geschichtspanorama entfaltet, steht doch stets Tommaso Buscetta im Mittelpunkt. ...

Buscetta selbst wurde im Laufe seines Lebens immer skeptischer, was den Kampf gegen die Mafia anging. Zu hilflos erschienen ihm die Staatsanwälte, zu wenig engagiert die politische Klasse, die wohl in Teilen auch heute noch Verbindungen zur Mafia unterhält. Marco Bellocchios Film wird daran nichts ändern, doch ohne Filme wie diesen, in denen der Mafia etwas entgegengesetzt wird, wird es erst recht keinen Wandel geben.
programmkino.de, Michael Meyns