Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Eintrittspreise:
-Erwachsene 8,-- €
-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Mittwoch 6,-- €
Wir zeigen heute,
Samstag, den 20.10.2018:


15:30 Bundesplatz-Kino:
Gluecklich wie Lazzaro

18:00 Bundesplatz-Kino:
Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm

20:30 Bundesplatz-Kino:
Offenes Geheimnis

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Impressum

Eva-Lichtspiele
Starker Film - weit mehr als ein Biopic über die Sängerin von VELVET UNDERGROUND

Nico, 1988 (OmU)

Mit einer großen Leistung der dänischen Darstellerin TRINE DYRHOLM
 
Noch einmal am
Montag 13.8. um 16.00 Uhr

Letzte Vorstellung!

Italien, Belgien, 2017
Regie & Buch: Susanna Nicchiarelli
Darsteller: Trine Dyrholm, John Gordon Sinclair, Anamaria Marinca, Sandor Funtek, Thomas Trabacchi
93 Min.

Christa Päffgen wurde als „Nico“ weltberühmt. Susanna Nicchiarellis Film erzählt von den letzten Jahren der Sängerin, zwischen Heroinabhängigkeit und Tourneealltag. NICO, 1988 folgt dabei nicht dem klassischen Aufbau einer Künstlerbiografie, sondern porträtiert Nico so eindringlich wie einfühlsam als eine zerbrechliche und zugleich charismatische Künstlerin, die den Wunden ihrer Vergangenheit nicht entfliehen kann.
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NICO, 1988 ist mehr als das Porträt einer abdankenden Künstlerin. Trine Dyrholm spielt die Sängerin als eine Frau, die auch nach ihren Jahren als Model, ohne die Schönheit, die sie einst berühmt machte, noch eine besondere Präsenz ausstrahlt. Ohne Eitelkeit verkörpert sie Nico in den schweren Episoden der Heroin-Abhängigkeit, die der Film nie als Highlights inszeniert, sondern als Teil des kräftezehrenden Touralltags. Das eigentliche Zentrum der Erzählung bildet jedoch Nicos Schmerz über die Trennung von ihrem Sohn Ari (Sandor Funtek), der nach einem Suizidversuch in einer psychiatrischen Klinik lebt. Mutter und Sohn scheint der gleiche Hang zur Selbstzerstörung innezuwohnen, der auch die schönen Momente zwischen ihnen oft zu zerstören droht. Nicos Heroinsucht und Aris Depressionen überschatten ihr ansonsten inniges Verhältnis. Selbst die liebevollen Momente zwischen den Beiden, etwa wenn Nico Ari das erste Mal in der Klinik besucht, deuten immer auch auf die Narben hin, die beide tragen. Ari trägt sie noch an seinem Körper, als Riss auf seinen Lippen, über den seine Mutter sanft mit der Hand streicht, als könne sie ihn einfach wegwischen. Nico bringt sie Form einer tiefen Melancholie mit. Sie steht ihr ins Gesicht geschrieben, wenn sie Aris Geschichten lauscht, als wären es die letzten, die er ihr jemals erzählen könnte.

So geht es Nicchiarelli letztlich nicht darum einen Künstlermythos aufzugreifen, sondern eine Frau zu porträtieren, die ihre, von diesem Mythos überschattete Identität zu finden versucht. Es sind die einfachen, alltäglichen Momente, die eindrücklicher von der Künstlerin erzählen, als es jeder nachinszenierte Auftritt könnte. Nur in diesen kleinen Momenten scheint Nico wirklich glücklich – dort, wo andere sie als Christa wahrnehmen. Bei einem spontanen Mitternachtssnack mit Gitarrist Domenico (Thomas Trabacchi) schlingt sie mit kindlichem Appetit die selbstgemachten Spaghetti in sich rein und schlürft dazu eine knallgelbe Flüssigkeit aus dem Wasserglas. Diesmal ist es kein Methadon, es ist Limoncello. Nico darf Christa sein – wenigstens für einen Abend.

Karsten Munt


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